
Methoden und Formate
Die Forschung zur Gestaltung von Wissensmedien erfordert und ermöglicht besondere Forschungsformate. Die Integration von gestalterischen Experimenten, theoretischer Analyse und technischer Umsetzung scheint dazu am ehesten geeignet zu sein. Dies erinnert an den historischen Typus des Projektemachers, wie er in technischen Entwicklungsschüben des 18. Jahrhundert zu finden war und auch die Frühzeit der Digitalisierung vorantrieb.
Titel wie How we might think [Bush 1945], Augmenting human tought [Engelbart 1962] und ComputerLib [Nelson 1974] zeugen von einer drei Jahrzehnte währenden Aufbruch-stimmung, deren Vorstellungskraft die damals gerade erst erkennbaren technischen Möglichkeiten zu einer amerikanisch geprägten, optimistischen und pragmatischen Perspektive verdichtete.
Aber schon vorher war die Vorstellungskraft einiger Vordenker ihren technischen, sozialen und ökonomischen Möglichkeiten weit voraus. So schlug der Nobelpreisträger für Chemie 1909 und Mitbegründer des Werkbunds Wilhelm Ostwald bereits 1912 Normierungen und Organisationen zur Entwicklung eines Gehirns der Welt vor [Ostwald 1912]. Aus einer philosophisch begründeten Einheitswissenschaft leitete Otto Neurath in den 1920er Jahren normierte Sprachen der Bildstatistik ab [Neurath 1991; Hartmann, Bauer 2002], El Lissitzky forderte 1923 die Elektro-Bibliothek [Lissitzky 1967 (1923)] und Walter Benjamin sah bereits 1928 das Buch als veraltete Vermittlung an [Benjamin 1928:42].
Vergleicht man jedoch die Vorstellungen der Computerpioniere aus den 1940–1970er Jahren hinsichtlich der positiven Folgen der technischen Neuerungen mit den heutigen Realitäten der digitalen Medien, blieb die Entwicklung weit hinter den Erwartungen zurück. (demnächst mehr…)
akademische Partner
Bauhaus Universität Weimar, Internationales Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie Weimar (IKKM), Fachhochschule Bielefeld, Folkwang Hochschule Essen, Fraunhofer Institut für grafische Datenverarbeitung, International School of New Media Lübeck, Köln International School of Design, Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf, Universität Bielefeld, Universität Bonn – Interdisziplinäres Zentrum für komplexe Systeme, Universität der Künste Berlin, Universität Konstanz.
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