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Lehrveranstaltungen

Ringvorlesung: Die Künste und die Wissenschaften. Wahlverwandtschaften, Befremdungen, produktive Missverständnisse

Ringvorlesung, offen für Gäste
Gesamtprogramm

Eine Veranstaltung von:
Veranstaltung der Lehrenden des Bereichs Wissenschaft


Donnerstag 18.00h - 20.00h
Filzengraben 8-10
Seminarraum 2.04

Die Künste und die Wissenschaften können auf eine lange – ebenso produktive wie konfliktreiche – gemeinsame Geschichte zurückblicken. Man muss sich nicht zu einem vorneuzeitlichen Zustand der Ungetrenntheit zurücksehnen, noch von einer zukünftigen dritten Kultur träumen. Denn schließlich emanzipierten sich Künste und Wissenschaften im Gleichschritt aus den mittelalterlichen Ordnungen des Wissens, entstanden also 'autonome' Wissenschaften und 'freie Künste' gleichzeitig und bezogen auf ein identisches Dispositiv. Man kann allerdings entschieden auch bei den künstlerischen Praktiken des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart ansetzen, die auf vielfältige Weise mit der wissenschaftlichen Erkenntnisproduktion in Austausch standen: von der Pataphysik als Zerreißprobe für die Rationalitäten und Methoden positiver Wissenschaft, über wissenschaftliche und künstlerische Formen des Experiments bis hin zu den regen Austauschbeziehungen zwischen Geistes-/Kulturwissenschaften und den Künsten wäre hier der Bogen zu schlagen. Die neueste Wendung hin zu einer 'BioArt', aber auch Diskussionen um die Struktur von Innovation in Labor und Atelier sowie die Übergänge zwischen Erkenntnisform und Darstellungsform bezeichnen weitere Spielarten des Grenzverkehrs zwischen den Künsten und Wissenschaften.

Programm
21.10.            Hans Ulrich Reck (Köln)
Vom Wettstreit der Künste und Wissenschaften (Paragone) von der Renaissance bis zur Moderne

28.10.            Florian Dombois (Berlin)
Luginsland. Sonifikation als Praxis in Wissenschaft, Musik und künstlerischer Forschung

04.11.           Georg Trogemann (Köln)
Unendlich viel ist noch lange nicht alles. Über das Zählen

11.11.            Margarete Vöhringer (Berlin/Weimar)
Praktiken in Kunst und Wissenschaft        
// im Rahmen des Kolloquiums Artefakte //

18.11.           Tom Holert (Wien)
Assemblage. Im Gefüge, ohne Identitäten

25.11.           Peter Bexte (Köln)
Kettenreaktionen zwischen Kunst und Wissenschaft: Henry Moore's >Atom Piece<

02.12.           Helmut Lethen (Wien)
Das Schicksal des Wissens in den Künsten

09.12.           Hans Ulrich Reck (Köln)
Von techno-ästhetischen Kunst- und Wissenschaftsträumen, Pataphysik und Junggesellenmaschinen'

16.12.           Stefanie Stallschus (Köln)
„The Long Front of Culture“. Zu den Forschungsarbeiten der Londoner >Independent Group<

13.01.           Marie-Luise Angerer (Köln)
Do, act, perform. Zum Tun/Handeln in den Künsten und Wissenschaften

20.01.           Jörg Zimmermann (Mainz)
Ästhetik der Verwitterung. Streifzüge zwischen Kunst, Philosophie und Wissenschaft                   
 // im Rahmen des Kolloquiums Artefakte //

27.01.           Peter Friedrich Stephan (Köln)
Denken am Modell – epistemologische Funktionen der Gestaltung

03.02.           Friedrich Kittler (Berlin)
Musik und Mathematik