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Lehrveranstaltungen

Vortrag Reiche_Microtome

Film als Leben / Leben im Film

Vorträge zur Vorlesung
jeweils mittwochs 18.00 h

  • 10. November: Helmut Draxler (Stuttgart/Berlin)
  • 8. Dezember: Katherina Zakravsky (Wien)
  • 12. Januar: Claudia Reiche (Hamburg)

Eine Veranstaltung von:
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer

Theorieseminar Hauptstudium/Zusatzstudium
Dienstag 13.00h - 15.00h
Filzengraben 8-10
Seminarraum 2.04

Die neueste Wendung Film und Leben sind über ihre Achse der Zeit auf eine Weise verquickt, die Leben als immer schon technisch und die Technik als immer schon lebendig inszeniert.

Film ist von Beginn seiner Entwicklung an das Medium, welches das Leben sich in der Zeit/als Zeit entfalten lässt. Frühe Beispiele der Zellentwicklung als filmisches Ereignis lassen sich hierfür zitieren
(Kelty/Landecker). Doch die Filmgeschichte hat auch viele Beispiele dafür, wie Film Leben als Technik (auch im Sinne von Kulturtechniken) inszeniert (Truffauts „L’Enfant Sauvage“, „Das Dschungelbuch“,
„Avatar“). Und die Filmtheorie wartet mit einer langen Tradition auf, in der sich Film- und Lebenszeit vermischen (objektive und subjektive Zeit). Exemplarisch können hierfür Vivian Sobchak, Victor Burgin und Bernard Stiegler benannt werden.
Die Verschränkung von Technik und Leben, die heute einen angeblich neuen Intensivierungsgrad erlebt, erweist sich in dieser Perspektive als möglicherweise falscher Ausgangspunkt – was, so die Frage
vielmehr, wenn Natur - Leben - Materie sich als Zeit und in der Zeit nicht so sehr als different, sondern „nur“ als différant (verschoben, aufgeschoben) zu begreifen sind?