Kunst - und Medienwissenschaften

Projekt 12 / 30

Sind wir schon da
 
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Sind wir schon da

Fotoportraits im inszenierten Raum. Eine fotografische Versuchsanordnung.

Personen:

Charlotte Krauss charlotte.kraussgmxnet

Geboren 1983 in Lauingen a.d. Donau, Germany. Studium an der Kunsthochschule für Medien Köln von 2005 bis 2011.

Mitarbeit:
Regieassistent: Gerrit Booms
Kameraassistenz: Almut Elhardt, Theresia Tarcson
Licht: Frank Mai
Ausstattung: Claudia Sárkány
Kostüm: Laura Weidmann, Merit Zika
Maske: Luisa Herold, Virginia Vogel
Baubühne: Daniel Söpper

Eine Produktion der Kunsthochschule für Medien Köln

Projektart:
Diplom

Entstehungsjahr: 2011
Kategorie: Fotoarbeit

Betreuung:
Prof. Dr. Peter Bexte
Prof. Boris Becker
Dr. des. Stefanie Stallschus

Quelle:
Projektarchiv der Kunsthochschule für Medien Köln
Copyright: KHM / Autoren
Kontakt: archivkhmde

„Snapshots carry little information, They are probable. But some of them are highly informative, difficult to futurize; and for a curious reason: they are bad photos. They owe their information to an error, to a deviation from the camera program. New biological species arise through errors in the transmission of the genetic program. “ (Vilém Flusser)


Irgendwo in einem Hinterhof wurden vier Räume geschaffen. Es sind klar begrenzte Balkone. Sie zeigen sich als nachempfundene Umgebungen mit einigen leuchtenden Accessoires. Trotzdem bleiben sie als Stilisierungen städtischer Lebensräume kulissenhaft. In diese Sets brachte die Fotografin Charlotte Krauss Schauspieler und Laiendarsteller. Sie besetzte ihre Schauspieler als Typen. Es gab den Gärtner, „Lovis“ den kleinen Jungen, die Familie, das Liebespaar und die Partybesucher. Sie hatte eine Simultanerzählung im Sinn, stattete ihre Schauspieler mit Kostümen aus. Ihre Rollen durften die Darsteller selbst entwickeln: der kleine Junge konnte mit den Bergen von Spielzeug machen, was er wollte. Die Partygäste sollten eine Party feiern, mit Partyspielen wenn sie wollten. Die Familie sollte zu einem Familientreffen zusammen kommen, vielleicht gab es Streit. Das Liebespaar war gerade erst eingezogen, frisch verliebt. Vorab entstanden die großen Tableaus. Die Fotografin mac
hte sich ein Bild von ihrer Inszenierung, dann verließ sie das Set und überließ jeder Gruppe eine Kamera.
Vilém Flusser unterscheidet zwischen drei Typen von Fotografien: Solche, die mit einer vollautomatisierten Kamera gemacht wurden, die etwa für die Erhebung wissenschaftlicher Information beispielsweise von der Nasa genutzt werden. Außerdem geht er von professionellen Fotografien und von Amateur-Fotografien aus. Er unterscheidet die Geste des Amateurfotografen von der intendierten Haltung des professionellen Fotografen. Der Amateur drückt auf den Auslöser und lässt die Kamera arbeiten. Er achtet nicht auf den perfekten Bildausschnitt, es geht ihm um jeden Augenblick, er knipst was vor die Linse kommt

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