Kunst - und Medienwissenschaften

 

Kunstgeschichte fordert zu einer Auseinandersetzung mit den Werken der bildenden Künste, künstlerischen Praktiken und Methoden, Kunsttheorien und den vielfältigen Formen ihrer Rezeption heraus, insoweit sich diese überliefert haben. Wurde die Entstehung einer technischen Medienkultur zu Beginn der Moderne noch als Provokation der traditionellen Künste aufgefasst, so ist sie mittlerweile zum Faktum und Referenzpunkt gegenwärtiger Kunstproduktion und -reflexion geworden. Kunst im Brennpunkt der Mediatisierungen interessiert als spezifisch inspiriertes Vermögen der Verbindung von Imagination, Wissen und alltäglicher Lebenwelt. In diesen Verflechtungen spielen sich die Erfahrungen des Evidenten ab, durch die Kunst sich als Produktivkraft des Geheimnisses und der Überraschungen erst ereignen kann.

Eine Kunstgeschichte im medialen Kontext berücksichtigt im Besonderen:

  • die jeweils neuen Bildtechnologien (von den Reproduktionstechniken der frühen Neuzeit über die Fotografie bis zu computergestützten künstlerischen Experimenten)
  • die Geschichte der Mediatisierung des künstlerischen Materials und Geltungsbereichs
  • die erweiterten audio-visuellen und multi-medialen Kunstformen (bewegte Bilder, Aktionsformen, Performances)
  • Kunstutopien und künstlerische Probleme der Technik-Innovation (Netzexperimente, telematische und elektronische Kunstformen, interaktive Computerkunst)
  • die wechselseitige Prägung und Durchdringung von Kunst und visueller Kommunikation
  • die wechselnden Kontexte der Künste (Gesellschaft, Politik, Institutionen, Diskurse, Rhetorik, Publizistik, Urbanistik, Design- und Architekturgeschichte)
  • diverse Methoden der Bildanalyse, insbesondere in der Verbindung von psycho-historischen, sozialgeschichtlichen, rezeptionsästhetischen, hermeneutischen, ikonologischen und semiotischen Fragestellungen
  • ästhetische, technologische, psychomentale Dispositive von Lebensformen und Existenz im Spannungsfeld von Subkulturen, Technomanipulationen und utopie-emphatischen Selbsttransformationen 

Audiolectures

In Gestalt eines Medienhybrids aus "Bild, Stimme, Montage" dokumentieren die Audiolectures mehrere Vorlesungszyklen, die von Hans Ulrich Reck an der Kunsthochschule für Medien gehalten wurden. Das Konzept geht zurück auf Markus Unterfinger und sein Diplomprojekt an der KHM, die Audiolectures 02 und 03 wurden in Zusammenarbeit mit Florian Kuhlman realisiert.

www.khm.de/audiolectures/

 

Prof. Dr. Hans Ulrich Reck
Kunstgeschichte
Dr. Konstantin Butz
Subkulturen