Kunst - und Medienwissenschaften

 

Ästhetik, wie sie hier verstanden wird, handelt wesentlich von Formen. Sie fragt nach Formen und Voraussetzungen, unter denen etwas als ästhetisch wahrgenommen wird. Dabei sind mediale Voraussetzungen, Dispositive des Wissens und gesellschaftliche Bezüge von Bedeutung. Eine so verstandene Ästhetik rekurriert auf Medientheorie, Kunst- und Wissenschaftsgeschichte.

Thematisch geht es an diesem Lehrstuhl um drei Bereiche: 1) Geschichte und der Theorie der Wahrnehmung sowie der optischen Medien; 2) Raumtheorien und topologische Debatten; 3) Beziehungsgefüge von Wissenschaften und Künsten.

Historisch betrachtet spielen die frühe Neuzeit und die (Nach-)Moderne eine besondere Rolle. In beiden Zeiträumen wurden optische Medien generiert, jeweils gekoppelt mit künstlichen Sprachen, Rechenmaschinen, Illusionsräumen und dreißigjährigen Kriegen.

In all diesen Zusammenhängen wird die Frage nach dem Ästhetischen zur kritischen Untersuchung von Formen, die verschoben, übertragen, missverstanden, umgedeutet werden usw. Eine solche Strategie zielt auf die Beobachtung von Differenzen, Lücken, Übergängen.

Wer von Formen spricht, handelt auch von stillschweigenden Voraussetzungen. Anders gesagt: Es geht um das, was sichtbar macht ohne sichtbar zu sein. Genau dies ist die Formel für den blinden Fleck im Auge. Dessen Blindheit aber ist nicht das Gegenteil von Sichtbarkeit, sondern deren Voraussetzung. Ästhetik ist nur im Durchgang durch die blinden Flecken zu haben.