Grenzen der Archive

Teilprojekt 2

„Künstlerische Techniken der Re-Inszenierung archivarischer Materialien" (Valeska Bührer)

Das Teilprojekt „Künstlerische Techniken der Re-Inszenierung archivarischer Materialien“ widmet sich der Neuverhandlung des Archivbegriffs in zeitgenössischen künstlerischen Arbeiten.

Im Projekt werden anhand exemplarischer Fallbeispiele aktuelle künstlerische Re-Inszenierungen archivarischer Materialien untersucht, die Archive, Depots oder Sammlungen sowie das Archivieren selbst zum Thema ihrer Arbeit machen, indem sie archivarische und dokumentarische Materialien als Ausgangspunkt für den künstlerischen Arbeitsprozess heranziehen. Die Auseinandersetzungen mit den Ontologien und Normen von Archiven sowie den räumlichen, zeitlichen und sozialen Schnitten generieren Leerstellen, die es gilt sichtbar zu machen. Archive werden in diesen künstlerischen Positionen nicht in ihrer Finalität, sondern als Baukasten verstanden, die einen speziellen Fokus auf den Gedanken der Lücke als das Eigentliche des Archivs und die sich einschreibenden Selektionsmechanismen der Institution Archiv legen. Sie entwerfen keine Archive, sondern erforschen anhand einer künstlerischen Re-Inszenierung archivarischer Materialien eben diese epistemische Konstitution des Archivs. 

Ziel ist, die künstlerischen Praktiken der Re-Inszenierung von Archivbeständen zu analysieren und damit den Umgang zeitgenössischer Kunst mit den Möglichkeiten und Grenzen der Archive zu erforschen. Dabei wird das Archiv weniger zur reinen Forschungsquelle als zum exemplarischen Forschungsgegenstand für KünstlerInnen, indem es als Ort der aktiven Produktion zu einem epistemischen Labor wird. Es geht dabei nicht nur um die Möglichkeit neue Ordnungen zu schaffen, sondern um grundsätzliche Fragen nach den Grenzen des Archivs bezüglich der Kriterien des Auswählens, Erfassens, Systematisierens, Zugänglich- und Sichtbarmachens sowie um die kritische Auseinandersetzung mit dem Repräsentationsort Archiv und seinen Ordnungssystemen.



 

 

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